Hier meine aktuellen, noch farbfeuchten Polizeicartoons















Bayer tötet bei Selbstmordattentat ISAF-Soldaten

Als es noch eine rot-grüne Bundesregierung gab, durfte in den Presseberichten der Polizei keine Täter-Nationalität genannt werden. Damit sollte Neo-Nazis der Wind aus den Segeln genommen werden und eine angeblich latent vorhandene Ausländerfeindlichkeit im Bürgertum nicht noch zusätzlich geschürt werden. Seit der schwarz-roten Regierung ist es wieder erlaubt, darüber zu berichten, dass ein marokkanisch- oder türkisch- oder albanisch-stämmiger Mann seine Ex-Freundin aus Eifersucht mit Benzin übergossen, getreten, bespuckt und völlig unerwartet angezündet hat. Dem mündigen Bürger war bei solchen Zeitungsberichten vorher schon klar, dass kein Bayer, Rheinländer oder Thüringer solches Verhalten an den Tag legt. Jede Nation bringt ihre Spezialitäten hervor, das gilt für Delikatessen genauso wie für Deliktsbereiche. Liechtensteiner unterstützen bei Steuerstraftaten, Deutsche treiben es mit Knaben auf den Philippinen, Serben nutzen jede Gelegenheit zum Einbruch, Kosovaren regeln Beleidigungen mit dem Messer und die Dänen sind so wenig, dass man ihnen nichts besonderes zuordnen kann. Es wird interessant, ob die schwarz-gelbe Regierung noch deutlicher nationale Verhaltensnormen beim Namen nennt.

Jedem rechtstreuen Bürger, dem Serben, Russen oder Deutschen ist es unangenehm, was seine Landsleute kriminelles treiben. Und so ist es mir auch peinlich, dass ein Bayer, geboren in Freising, unter weiß-blauem Himmel und mit dem Duft von Kastanien, Radi und Bier aufgewachsen, wohnhaft in Ansbach, nach irgendeiner religiös-fanatischen Durchleuchtung sich und zwei ISAF-Soldaten am 03.03.2008 in Afghanistan in die Luft sprengt. Es ist reiner Zufall, dass er nicht die deutsche Staatsbürgerschaft hatte, Bayer war er allemal.


Hundeschule Herzogau

Vorweg: Am 20.02.2008 teilte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann der Öffentlichkeit mit, dass weder straf- noch disziplinar-rechtliche Verstöße an der Polizeihundeschule Herzogau festzustellen waren.

Es gibt Sachverhalte, die eigentlich schon durch die ihnen innewohnenden Ulkigkeiten keiner Übertreibung mehr in Cartoons bedürfen:

Ab 30.10.2007 verbreiteten Medien den Inhalt eines anonymen Schreibens.  Darin werden „schwere Vorwürfe“ gegen die Diensthundeschule Herzogau erhoben. Die Einrichtung ist dem Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei angegliedert und untersteht damit dem Bereitschaftspolizeipräsidium. Die Hundeschule ist in einem früheren Nazi-Bau oberhalb Waldmünchen am Waldrand untergebracht.

Anonymus führt an, es käme in der dortigen Kantine „Pandurenklause“ zu „Alkoholexzessen. Weibliche Polizisten und junge Kollegen würden drangsaliert, sexistisch belästigt oder sexuell erniedrigt. In Abschlussfeiern müssten diese Urin trinken und aus Essensresten und Abfällen gemischte Speisen verzehren. Junge Polizistinnen müssten niederknien und Bier aus der Schüssel auf dem Schoß des Ausbilders trinken“.

Meine ersten Gedanken waren:

Hier ist wohl die Rede von „Rollenspielen“ im Rahmen eines PAKET (Polizeiliches Antistress und Kommunikations Einsatz Training) für Diensthundeführer. Im Text fiel mir auf, dass nach Ansicht des Anonymus weibliche Polizisten offenbar keine Kollegen sind. Und mich wunderte, dass er sich daran stört, dass Speisen aus Essensresten und Abfällen hergestellt werden. Ich kenne keinen Kollegen, der jemals das Kantinenessen als etwas anderes bezeichnet hat. Das hat aber taktische Gründe. Der stets hungrige Polizist versucht auf diese Weise den Kollegen den Gang zur Kantine madig zu machen, um so größere Portionen der wirklich leckeren Speisen zu ergattern. Das verstärkt meine Annahme, dass Anonymus noch nicht sonderlich lange beim „Verein“ ist. Sonst würde er die geschilderten Initiationsrituale oder auch „Taufen“ bezeichneten, „g`spinnerten“ Feierlichkeiten kennen. Bei diesen wird – oh graus – Alkohol konsumiert, früher sogar gelegentlich geraucht oder gar hemmungslos anti-vegetarisch geprasst! Solche „Taufen“ sind reine Gaudi. Derb wohl, aber nicht kriminell. Niemand wird gezwungen, da braucht mir keiner mit „Gruppenzwang“ zu kommen. Die Zeiten sind vorbei. Als Polizist weiß man, dass man jederzeit aufstehen und gehen kann, ohne irgendeinen Nachteil erleiden zu müssen. Wir haben alle einen Treue-Eid auf die Verfassung geleistet und das nicht zum Spaß!




Die Organisationsreform

In Bayern fand 2008 / 2009 eine Organisationsreform bei der bayerischen Landespolizei statt.  Bisher gab es die Ebenen  Polizeirrevier - Polizeiiinspektion - Polizeidirektion - Polizeipräsidium. Die Posten und Reviere wurden unauffällig vom Markt genommen. Die Direktionen und Präsidien wurden zu Regionalpräsidien verschmolzen. Damit beabsichtigite die hohe Politik , dass am Ende unzählige Polizisten übrig bleiben, um sie geballt auf die Straße schicken kann und das subjektive Sicherheitsgefühl zu erhöhen. Na ja, an der Basis sieht man das etwas realistischer. Ich muss aber zugeben, dass sich des "Polizisten Wortschwatz" deutlich erweitert hat. Seit das Innenministerium vollmundig die Reform preist, sind uns Begriffe wie "Flyer", "Handout", "Evaluierungsprozess" und "Synergieeffekt" nicht mehr gänzlich fremd.